Görlitzer wollen Dixie-Dörner-Stadion

Wie wollen wir in Görlitz Dixie Dörner gedenken? Diese Frage stellte die Stadtbewegung Motor Görlitz bei einer Online-Umfrage, die vier Wochen lief. Das Ergebnis ist eindeutig: Mehr als 95 Prozent der Teilnehmer befürworten eine dauerhafte Ehrung des ehemaligen Nationalspielers, der in Görlitz seine Laufbahn begann. Die meisten von ihnen wünschen sich eine Umbenennung des Stadions der Freundschaft in Dixie-Dörner-Stadion. Motor-Sprecher Axel Krüger: „Wir sind zufrieden mit der Resonanz. Das Thema eignet sich hervorragend, die Stadtgesellschaft einzubeziehen. Die Diskussionen in den sozialen Netzwerken wurden fair und offen geführt. Das ist nicht selbstverständlich.“

 

Insgesamt beteiligten sich 465 Personen an der Umfrage. 69 Prozent von ihnen wünschen sich, dass eine Sportstätte nach Dörner benannt wird, gefolgt von der Benennung einer Straße oder eines Platzes (44 Prozent). Etwas abgeschlagen folgen ein regelmäßiges Turnier (26 Prozent) und eine Gedenktafel bzw. ein Kunstwerk (25 Prozent). Bei dieser Frage waren mehrere Antworten möglich.

 

 
Interessant war die Frage, welche Sportstätte nach Dörner benannt werden sollte. Die Teilnehmer an der Umfrage sagen: Das Stadion der Freundschaft sollte umbenannt werden (42 Prozent). Mit Abstand folgen „Junge Welt“ (42 Prozent), Eiswiese (18 Prozent) und DTer (10 Prozent).

 

Als Ort für einen Dixie-Dörner-Platz haben die Umfrageteilnehmer mehrheitlich den Kreisel Brautwiesenplatz gewählt (40 Prozent). Der Ort ist derzeit namenlos und liegt nahe seines Elternhauses Spremberger Straße. Es folgen der Weg zum Stadion der Freundschaft (34 Prozent) und das Teilstück der Parsevalstraße an der „Jungen Welt“ (20 Prozent).

 

Bei der Frage, welches regelmäßige Sportereignis an Dixie Dörner erinnern könnte, entschieden sich die meisten für ein regionales Jugendturnier (33 Prozent), knapp gefolgt von einem Wettbewerb für Hobby-, Freizeit- und Betriebsmannschaften (30 Prozent). Jugend-Turniere mit Teams aus den Partnerstädten (16 Prozent) oder aus Städten, in denen Dörner im Europacup antrat (19 Prozent), waren bei den Umfrageteilnehmern weniger angesagt.

 


Eine Gedenktafel oder ein Kunstwerk, das an Dixie Dörner erinnert, können sich 35 Prozent an seinen alten Wirkungsstätten Eiswiese und Stadion der Freundschaft vorstellen. Es folgen nahezu gleichauf mit je 26 Prozent sein Elternhaus Spremberger Straße und der Kreisel Brautwiesenplatz. Einen künstlerischen Wettbewerb wünschen sich 13 Prozent.
 
 
Die Umfrageergebnisse wird die Stadtbewegung Motor Görlitz an die Verantwortlichen im Rathaus weitergeben. „Wir wünschen uns, dass die Verwaltung und die Ratsfraktionen sich die Meinungen anschauen und zu einer klugen Entscheidung kommen“, so Motor-Sprecher Axel Krüger. Am 19. Januar 2023 jährt sich der Todestag von Hans-Jürgen Dörner zum ersten Mal.
 
 
 
 

An Dixie Dörner erinnern

Wie wollen wir in Görlitz Dixie Dörner gedenken? Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner ist einer der größten sportlichen Söhne der Stadt Görlitz. Am 25. Januar 1951 wurde er in der Neißestadt geboren und wuchs im Elternhaus Spremberger Straße auf. Von klein auf war Dixie leidenschaftlicher Fußballer. Er spielte bei Energie und Motor Wama, bevor er nach Dresden delegiert wurde.

Bei Dynamo Dresden und in der DDR-Nationalmannschaft wurde Dixie Dörner auf der Position des Liberos zur Legende. Er spielte 100-mal in der Nationalelf. Nachdem er 1974 die Weltmeisterschaft wegen Erkrankung verpasste, schlug seine große Stunde 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal. Spätere Weltstars tummelten sich in Kanada, wie Platini (Frankreich), Blochin (Sowjetunion) oder Lato (Polen). Olympiasieger aber wurde die DDR mit einem überragenden Dixie Dörner, der als Libero vier Tore erzielte.

Mit Dynamo Dresden holte Dörner fünfmal die Meisterschaft und viermal den Pokal. International bleiben die Duelle gegen Bayern München und den FC Liverpool in den 70-er Jahren in besonderer Erinnerung.


Image_Fred JochDixie Dörner im unvergesslichen Duell im Cup der Landesmeister 1973 gegen Bayern München mit Uli Hoeness. Foto: Imago/Fred Joch

Auch nach der aktiven Karriere blieb Dixie den Dynamos eng verbunden, vergaß aber auch seine Görlitzer Wurzeln nicht. Zeitzeugen berichten, dass sich Dörner um Görlitzer Talente bei Dynamo Dresden kümmerte und somit auch die Verbindung in die Neißestadt hielt. Im Jahr 2021 wurde Dörner (wie auch Michael Ballack) in die "Hall of Fame" des deutschen Fußballs aufgenommen. Aus diesem Anlass schenkte das Deutsche Fußballmuseum der Stadt Görlitz ein Streetart-Bild, das Dörner und Ballack auf der Sporthalle an der Jägerkaserne zeigt.

 

Regelmäßig schaute Dixie Dörner in der alten Heimat vorbei. Hier 2007 auf der Eiswiese, damals noch ohne Kunstrasen. Foto: Imago/anemel

Nach seinem Tod am 19. Januar 2022 gab und gibt es verschiedene Überlegungen, wie man an Dixie Dörner in Görlitz erinnern kann. Bislang wurde die Bürgerschaft nicht eingebunden in die Ideenfindung. Deshalb führte die Stadtbewegung Motor Görlitz diese kleine Umfrage durch.

 

Titelfoto: Imago/Sportfoto Rudel