08.02.2026 - Bildung

Infoveranstaltung zur neuen 5. Oberschule in Görlitz

Am 5. Februar fand in der Turnhalle an der Erich-Weinert-Straße eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Bau und Betrieb der neuen 5. Oberschule statt. Rund 100 bis 150 Eltern und Interessierte, teilweise mit ihren Kindern, nahmen teil. Aufgrund des großen Interesses mussten zusätzliche Sitzgelegenheiten bereitgestellt werden.

Anwesende Vertreterinnen und Vertreter

  • Benedikt M. Hummel, Bürgermeister
  • Anett Rafelt, Leiterin Amt für Bildung, Soziales und Sport
  • Felix Lumper, Sachgebietsleitung Schule/Sport
  • Thomas Warkus, Schulleiter Oberschule Innenstadt Görlitz
  • Frau Bretschneider-Geburek, LaSuB
  • Sebastian Höbler, Quartiersmanagement Innenstadt West

Grundlegende Ziele der neuen Oberschule

Mit der neuen 5. Oberschule sollen die vier bestehenden Oberschulen in Görlitz entlastet werden. Die Schule startet mit zwei 5. Klassen am Standort Erich-Weinert-Straße und ist grundsätzlich zweizügig geplant. Wenn der Neubau an der Rauschwalder Straße planmäßig fertiggestellt wird, sollen dort drei Klassenstufen mit insgesamt sechs Klassen unterrichtet werden.

Der Prozess der Schulentstehung soll durch das Quartiersmanagement begleitet werden, unter anderem bei Fragen zu Schulwegen oder der Einbindung bestehender Vereine. Grundsätzlich ist vorgesehen, Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung der Schule einzubeziehen, beispielsweise bei der Namensfindung.

Die Anmeldung für die neue 5. Oberschule erfolgt an der Oberschule in Rauschwalde. Diese ist die einzige Oberschule mit einem vollständigen Leitungsteam und entsprechender Erfahrung mit Schulanmeldungen. Bei konkreten Fragen zur Anmeldung wird empfohlen, sich direkt an diese Schule zu wenden.

 

Neubau an der Rauschwalder Straße

Für den Standort an der Rauschwalder Straße ist vorgesehen, mindestens zwei der bestehenden Schlachthof-Gebäude in das Schulkonzept einzubeziehen. In einem dieser Gebäude soll der Mehrzweckraum untergebracht werden, der sowohl als Mensa als auch als Aula genutzt wird.

Im Neubau sollen pro Etage jeweils zwei Klassenstufen untergebracht werden. Geplant ist, im Erdgeschoss die Klassenstufen 5 und 6 unterzubringen, die weiteren Etagen folgen entsprechend. Der spätere Haupteingang der Schule ist als Glasbau von der Rauschwalder Straße aus geplant. Zusätzlich ist vom Else-Puschmann-Weg ein Seitengang auf das Schulgelände vorgesehen.

Das Außengelände soll aktiv in das Schulkonzept einbezogen werden. Geplant ist unter anderem eine tribünenartige Fläche, die für Schulveranstaltungen genutzt werden kann.

 

Pädagogisches Konzept: Lernen im Cluster

Das sogenannte Clusterkonzept wurde von Schulleiter Thomas Warkus vorgestellt. Dieses Konzept weicht bewusst vom klassischen, starren Klassenraumprinzip ab. Schülerinnen und Schüler lernen dabei in Clustern, also in Gruppen über die klassische Klassenstufe hinaus. Vorgesehen sind unter anderem Cluster der Klassenstufen 5 und 6, 7 und 8 sowie entsprechend weiterer Jahrgänge.

Die Cluster sind etagenweise organisiert, wobei jede Etage als eigene pädagogische Einheit verstanden wird. Begründet wird dieses Vorgehen mit den unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Kindern und Jugendlichen, sodass stärker in Altersstrukturen gelernt wird als in starren Klassenstufen.

Für dieses Konzept sind offene Lernräume und individuelle Lerngruppen vorgesehen, die von den Schülerinnen und Schülern selbst gewählt werden können. Das Clusterkonzept erfordert mehr Platz, weshalb größere Räume als klassische Klassenzimmer geplant sind, die sich flexibel vergrößern oder verkleinern lassen. Ziel ist es, selbstständiges Arbeiten und Lernen stärker zu fördern. Gemeinsame Begegnung innerhalb der Schule soll vor allem in der Aula, im Mehrzweckraum und in der Mensa stattfinden. Laut Angaben des LaSuB soll das Clusterkonzept zunächst durch die Lehrkräfte getragen werden und perspektivisch durch ein multiprofessionelles Team.

Übergangsstandort Erich-Weinert-Straße

Zum Start der neuen Oberschule wird zunächst das Schulgebäude an der Erich-Weinert-Straße genutzt. Dieser Standort wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach als Übergangs- oder Ausweichobjekt verwendet.

Als Vorteile des Standorts wurden die ruhige Lage, der geringe Verkehr sowie die gute Anbindung durch die nahegelegene Straßenbahn genannt. Auf dem Gelände befinden sich zudem eine Turnhalle sowie ein behelfsmäßiger Sportplatz. Zum Schulstart sollen alle Angebote vorhanden sein, die üblicherweise zu einer Oberschule gehören, darunter Ganztagsangebote und Schulsozialarbeit. Je nach Bedarf ist auch ein Mensaangebot vorgesehen.

Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, soll jedoch teilweise modernisiert werden. Noch nicht entschieden ist, wer die neue Schulleitung übernehmen wird. Lehrkräfte können sich regulär bewerben. Ziel ist es, die Stundentafel vollständig zu besetzen. Das Clusterkonzept kann am Übergangsstandort aufgrund baulicher Gegebenheiten zunächst nur eingeschränkt umgesetzt werden. Da jedoch im ersten Jahr lediglich zwei 5. Klassen starten und im Folgejahr maximal vier Klassen in zwei Jahrgangsstufen, wird dies als umsetzbar eingeschätzt.

 

Austausch und Beteiligung im Anschluss

Im Anschluss an die Vorträge bestand die Möglichkeit, das Erdgeschoss des Schulgebäudes zu besichtigen und mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt ins Gespräch zu kommen.

Am Stand des Quartiersmanagements konnten Teilnehmende mithilfe von Bindfäden sichtbar machen, aus welchem Stadtteil sie kommen, was ihnen an der neuen Schule besonders wichtig ist, wie ihre Kinder zur Schule gelangen und was den Schulweg sicherer machen würde. Dabei zeigte sich, dass ein Großteil der beteiligten Familien nicht aus der Innenstadt, sondern aus anderen Stadtteilen stammt.

Text & Foto: Paul Glaser (Motor Görlitz)

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